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Seit über 10 Jahren realisiert die Städtische Galerie Wolfsburg in Kooperation mit der Deutschen Bahn AG und der Neuland Wohnungsbaugesellschaft raumbezogene Kunstprojekte im Hauptbahnhof Wolfsburg.

Die Künstlerin Anja Gerecke (*1977 in Goslar) lotet mit ihren ortsspezifischen Arbeit die Möglichkeiten und das Potential des vorhanden Raumes aus. Realität und Wahrnehmung stehen dabei im Dialog und sie nimmt Bezug auf die markanten Sitzgelegenheiten des Aufenthaltsbereiches, die nicht nur fest mit den Wänden, sondern damit immer auch mit der Kunst selbst verbunden sind. Anja Gerecke somit nicht nur die Rolle des Kunstbetrachters in den Fokus ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit diesem öffentlichen Raum, vielmehr stellt sie in geschickter Manier eine Verbindung zum minimalistischen Bodenkunstwerk von Daniel Buren im Hauptbahnhof Wolfsburg her.

Kennzeichnend für das Werk von Gerecke ist die subtile Bezugnahme ihrer Wandmalereien auf die vorgefundene Architektur, also den Umraum des Werkes sowie das Moment des Malerischen, als ein farb- und formgebender künstlerischer Akt, der die Bedingungen des Raumes sowohl erkennbar werden lässt und zugleich doch ganz neue Wahrnehmungs- und Assoziationsräume eröffnet.

Im Dialog mit dem Kunstprojekt "HEUTE / TODAY" hatte Anja Gerecke eine raumgreifende künstlerische Intervention im Südflügel von Schloss Wolfsburg mit dem Titel "the COURSE" entwickelt, die bis zum 16. Mai dort präsentiert wurde.

Dabei dehnten sich zwei leuchtende Farbflächen subtil über die nach innen gekrümmten Wände des Museums aus und strahlten dabei zugleich wirkungsmächtig in den Ausstellungsraum hinein. Auf den kleineren Leinwänden, die Bestandteil der temporären Gesamtinstallation waren, thematisierte die Künstlerin auf diskrete, beinahe intime Weise die strukturbildende Funktion ihrer Malerei und lotet dabei zugleich das Verhältnis von Gegenwärtigkeit, Dauerhaftigkeit und Vergänglichkeit von Kunst aus.

In einem weiteren Raum präsentierte sie zusätzlich die Dokumentation des Projektes "Tage-des-Geta" im Rahmen der ART BASE MOMOSHIMA, das sie gemeinsam mit Stefan Rummel entwickelte. 2013 und 2014 wurde das Projekt auf der japanischen Insel Momoshima, in der Nähe von Hiroshima, realisiert.

Das Erscheinungsbild des Ortes, die Atmosphäre und die Geschichte der Insel flossen dabei mit ein: Zum einen die ländlichen Gebäudestrukturen und Gebäudenutzungen, aber auch die Prägung des Ortsbildes durch den Leerstand - hervorgerufen durch die kontinuierliche Abwanderung der jüngeren Generationen seit dem zweiten Weltkrieg (Momoshima hatte 1930 noch ca. 3000 Einwohner und Einwohnerinnen). Und diese Situation der wachsenden Leere auf der Insel wurde dem städtischen Leben gegenüber gestellt, indem Aufnahmen aus der Stadt mitgebracht und in der Installation verwendet wurden. Im Vergleich zu Momoshima ist die Bevölkerungsdichte in Hiroshima seit dem Wiederaufbau nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kontinuierlich gewachsen.Die praktische Umsetzung der Installation bestand aus vier zusammenhängenden Teilen: 1. begehbare Konstruktionen mit Einbauten aus Holz und lokalen Baumaterialien, 2. Malerei: vor Ort aufgetragene Farbfelder und 3. akustische Interventionen und Klänge: elektronisch manipulierte Aufnahmen aus dem Stadtraum und Stadtleben von Berlin und Hiroshima treffen auf die Stille der verlassenen Gebäude auf der Insel.

Die Künstlerin studierte von 2002-2009 an der Kunsthochschule Berlin Weißensee Freie Malerei bei Prof. Katharina Grosse und war bereits in verschiedenen nationalen und internationalen Ausstellungen vertreten. Von 2012-14 war sie Lehrbeauftragte an der Kunsthalle der KHB, sowie 2013 Visiting Artist an der HCU Hiroshima, Japan. Sie erhielt u.a. 2010 ein DAAD Stipendium für Brasilien und das Elsa - Neumann Stipendium (NaFöG) des Landes Berlin. 2012 nahm sie am Goldrausch Künstlerinnenprojekt, Berlin teil. 2013-2015 war sie Dorothea Erxleben Stipendiatin des Landes Niedersachsen an der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) in Braunschweig.

2016 präsentierte die Künstlerin mit "siempre verde" eine ortsbezogene Malerei im Patio des Museo de Arte Contemporáneo de Oaxaca in Mexiko.

Dates

  • 28. April 2016 18.00 cet
    Kunst-Station im Hauptbahnhof Wolfsburg: Ausstellungseröffnung "Heute / Today"

    In der Kunst-Station im Hauptbahnhof wird die neue Ausstellung mit Arbeiten der Künstlerin Anja Gerecke eröffnet.

    Die Installation nimmt Bezug auf die markanten Sitzgelegenheiten des Wartebereichs, die nicht nur fest mit den Wänden, sondern immer auch mit der Kunst selbst verbunden sind. Anja Gerecke rückt somit nicht nur die Rolle des Kunstbetrachters in den Fokus ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit diesem öffentlichen Raum, sondern stellt gleichzeitig in geschickter Manier den Anschluss zum minimalistischen Bodenkunstwerk von Daniel Buren im Hauptbahnhof Wolfsburg her.

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