Ausstellungen 2019

06. November 2018

Hier ein Ausblick auf unser Ausstellungsprogramm im kommenden Jahr:

8. Februar 2019 bis 31. Dezember 2020 „DEINE KUNST“ (Das Schweigen der Bilder) Neupräsentation der Sammlung „Bestandsaufnahme VII“
Eine Installation von Michael Müller,
Eröffnung am 8. Februar um 18 Uhr:

Das Werk von Michael Müller entwickelt sich entlang bestehender historischer Narrative, Methoden und gesellschaftlicher Normen: durch fiktionalisierende Modifikationen lotet er die Grenzen dieser Systeme aus. Seine Praxis setzt sich mit der Bildwerdung komplexer Gedankenprozesse auseinander. Transformationen, die durch unterschiedlichste Methoden eine langsame, aber stetige Aneignung bedeuten. Wenngleich Müller hauptsächlich für seine Zeichnungen und Gemälde bekannt ist, verbindet sein intermedialer Ansatz Skulptur, Installation und Performance Kunst mit kuratorischer Praxis. So ist er einer der Initiatoren der Kunstsaele Berlin und kuratiert dort regelmäßig neben seiner künstlerischen Tätigkeit. Das Themenspektrum des vielseitigen Künstlers erstreckt sich von Literatur, Sprache, Schrift, Musik und Tanz, über Mythologie und Natur, Religion und deren Rituale, über Geschlechteridentität oder Kleidung bis zum Betriebssystem Kunst.
Nun setzt er sich mit der Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg auseinander, rückt in diesem Zusammenhang Original und Kopie in den Fokus: das Mit-, Neben- und Gegeneinander von Individuellem und Übernommenem, Originalität und Traditionsbezug, Stil und Zitat, Hommage und Plagiat. Er ordnet, sortiert und stellt ganz neue überraschende Bezüge her. Auch Leerstellen werden dabei eine Rolle spielen.

Michael Müller (geb. 1970 in Ingelheim am Rhein, Deutschland) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Bildhauerei bei Magdalena Jetelová an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 2015 bis 2018 lehrte er als Professor an der Universität der Künste Berlin (UdK).

Kunst-Station im Hauptbahnhof Wolfsburg
vom 21. März bis 11. August 2019 Jan van der Ploeg. Rauminstallation,
Eröffnung am 21. März 2019 um 18 Uhr:

Der niederländische Künstler Jan van der Ploeg verändert mit seinen Wandmalereien unsere Wahrnehmung der bestehenden Architektur. In einer spannungsreichen Auseinandersetzung mit der gegebenen Situation wird der Raum der Kunst-Station neu interpretiert. Van der Ploegs geometrisch-abstrakten Formulierungen heben mit Form und Farbe die Grenzen zwischen Wand, Malerei, Architektur auf und ermöglichen überraschende Raumerfahrungen.

Jan van der Ploeg (*1959 in Amsterdam) studierte in Amsterdam und London. Er lebt und arbeitet in Amsterdam und zählt zu den international bekanntesten Künstlern im Bereich zeitgenössischer Wandmalerei. Seine ortsspezifischen Arbeiten realisiert er weltweit.

13. April bis 3. November 2019 „Mensch Macht Maschine“ Gruppenausstellung,
Eröffnung am 13. April um 18 Uhr:

Die Ausstellung widmet sich dem Spannungsverhältnis zwischen Mensch und Maschine. Am Beispiel ausgewählter zeitgenössischer künstlerischer Positionen sollen unterschiedliche sinnliche wie auch intellektuelle Zugänge für eine produktive und konstruktive Auseinandersetzung mit dem Hyperphänomen der „Automatisierung/Digitalisierung“ in unserer heutigen Zeit ermöglicht werden. In diesem Kontext werden Kunstwerke präsentiert, die eigens für diese Präsentation von den Künstlerinnen und Künstlern geschaffen und damit erstmals einem größeren Publikum vorgestellt werden.

Die Auswahl der Werke fokussiert sich nicht auf „Maschinenkunst“, sondern zielt durch den Einsatz unterschiedlicher künstlerischer Medien und mithilfe verschiedener technischer Medien auf Themen, die das komplexe Verhältnis zwischen Mensch und Maschine beleuchten, untersuchen und vorstellen.

31. August bis 3. November 2019: Benno Wundshammer „Die Inszenierung des Italieners“ Fotoreportage.
Ein Ausstellungsprojekt des Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation und der Städtischen Galerie Wolfsburg in Kooperation mit der Italienischen Konsularagentur Wolfsburg,
Eröffnung am 31. August um 18 Uhr:

Nur wenige Monate, nachdem die ersten italienischen Arbeitskräfte im Januar 1962 in Wolfsburg ankamen, um für die Volkswagen AG zu arbeiten, reiste Benno Wundshammer in die Stadt am Mittellandkanal, um dort eine Reportage über sie zu erarbeiten. Bis Ende des Jahres sollten es über 4.000 damals so genannte „Gastarbeiter“ werden und die Reportage erschien unter dem markanten Titel "Brauchen wir denn wirklich diese Italiener?" Sie bringt eine Vielzahl aussagekräftiger Fotografien, illustriert mit skurrilen Texten, die wiederum aus zahlreichen Zitaten von Wolfsburger Bürgerinnen und Bürgern collagiert wurden. Das Zusammenspiel von Fotografie und Textreportage führt zurück in die Anfänge der bis heute andauernden Geschichte der Italiener und Italienerinnen in Wolfsburg, die aus dem heutigen Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind. Da Fotografien in den 1960er Jahren noch nicht so allgegenwärtig waren wie in der Gegenwart, erhöht ihre Präsenz in den Tageszeitungen und Illustrierten den Nachrichtenwert. Die Ausstellung geht der Frage nach, wie die italienischen Arbeiter in Wolfsburg durch Wundshammer in Szene gesetzt werden, welche Stereotype er mit seinen Arbeiten aufgreift und an welche städtischen Diskurse er anknüpft.

Der Fotograf Benno Wundshammer (1913 – 1986), der seine Karriere als Sportfotograf begonnen hatte, war während der NS-Zeit einer der wichtigsten Fotografen der Propagandakompanie und stieg gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zum stellvertretenden Chefredakteur der "Signal" auf. Nach dem Krieg gelang ihm ein fast nahtloser Übergang. „Sowohl als Reporter als auch als späterer Chefredakteur der "Revue" wurde Wundshammer“, so der Historiker Sebastian Kindler, „für viele Jahre zu einem der bekanntesten und angesehensten Pressefotografen, was auch die Auswahl seiner Themengebiete belegt: Neben Bildserien über Mode und Sport porträtierte er auch Politiker“ – so beispielsweise Konrad Adenauer. Im Jahr 1957 wechselte er schließlich zur Illustrierten Quick, wo er bis 1970 blieb. Er fotografierte internationale Prominente wie Romy Schneider und Elvis Presley. 1962 führte ihn schließlich ein Auftrag in die Volkswagenstadt.